Archive for the ‘Afrika’ Category

Die bunte afrikanische Straßenschilder Show

Monday, September 20th, 2010

Während in Deutschland der klassische Hirsch auf dem Straßenschild vor Wildwechsel warnt, leuchten z. B. in Norwegen Elche auf den Verkehrsschildern. Dies lässt so manche Touristen die Kamera zücken. In Afrika sind die Tiere bekanntlich “richtig wild” und folglich die Schilder viel interessanter. Deshalb haben wir die Kamera noch häufiger gezückt. Aber auch hier gibt es Lücken in der Beschilderung: Da vor Perlhühnern nicht gewarnt wird, musste unser rechter Scheinwerfer bei einem “Luftkampf dran glauben”…

Vor Elefanten wir natürlich als erstes gewarnt und deshalb sollte man die Schilder auch für bare Münze nehmen. Gleich drei Elefanten in 2 Minuten passierten unseren Weg durch den Caprivi Streifen in Namibia:

Elefant auf der Straße

Achtung Strauße: Bekanntlich haben diese Vögel nur ein Kurzzeitgedächtnis von 10 Sekunden. Kann sein, dass der Strauß also einmal die Straße überquert und danach sofort wieder…

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Wildpferde in Namibia:

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Diese Oryx-Antilopen wurden schon so manchem Jäger zum Verhängnis, denn verletzte Tiere können mit letzter Kraft nochmals aufstehen und ihre spitzen Hörner einsetzen. Also besser nicht aussteigen!

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Schakale:

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Giraffen:

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Zebras:

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Hier wirds richtig gefährlich:

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Warzenschweine:

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Hässliche Paviane haben längere Eckzähne als Löwen!

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Die sind putzig – Pinguine in Südafrika

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Hat schon mal jemand einen Golfball an den Kopf bekommen? Oder auf die Windschutzscheibe?

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Südafrika: Sein oder Schein?

Monday, September 20th, 2010

Momentan befinden wir uns im Norden Südafrikas und morgen werden wir uns nach Namibia aufmachen. Gerade reflektieren wir unsere sechs Wochen Aufenthalt in Südafrika. Und zugegeben, es fällt uns sehr schwer, über Südafrika einen abschließenden Blogbeitrag zu schreiben.

Keine Frage, aus landschaftlicher Sicht ist Südafrika wunderschön und unwahrscheinlich abwechselnd: weit, grün, braun, steinig, hügelig, Meer, Küste, Sonne, Berge, Weinberge. Kapstadt ist vermutlich die schönste Stadt auf dem afrikanischen Kontinent und lockt mit der Kombination aus Meer und Bergen nicht ohne Grund zahlreiche Besucher an. Hier unsere Kapstadt Highlights . Die Menschen, die uns begegnet sind, waren sehr freundlich und wir haben uns dank der extrem verschärften Sicherheitsbedingungen, an die wir uns ausnahmslos gehalten haben, rundum sicher gefühlt. Also insgesamt ein durchaus attraktives Land, das zahlreiche Highlights zu bieten hat.

For white people

Kapstadt

Aber es gibt in Südafrika ein paar Dinge, die wir als extrem negativ erlebt haben:

Aufgrund der Sicherheitsbedingungen waren wir absolut eingeschränkt, wodurch es uns schwer gefallen ist, ein Gefühl für das Land zu entwickeln. In Südafrika sind wir als “Touristen” unterwegs. Das bekannte “Reisefeeling” wie wir es aus Südamerika gewohnt waren, ist nicht aufgekommen.

Die Kluft zwischen armen und reichen Menschen ist extrem groß. Dies zu sehen und zu erleben, fühlt sich gar nicht gut an. Man kann in gigantischen Einkaufszentren sein Geld loswerden, gut Essen gehen und am Strand liegen, der mit Luxusvillen gesäumt ist. Im Gegensatz finden, ich weiß nicht wie viele, Menschen in Wellblechhütten in den ärmlichsten Bedingungen am Stadtrand ihr Zuhause.

Township in Südafrika

Township in Südafrika

Wenn man durch den Supermarkt oder die genannten Einkaufszentren läuft und sich ausschließlich in den für Touris gesicherten Gegenden aufhält, dann kommt sehr wohl das Gefühl auf, dass man sich in einem Land, welches von der UNO und der EU zur Ersten Welt gezählt wird, befindet. Ist man jedoch auf Hilfe in irgendeiner Form angewiesen, dann merkt man sehr schnell, dass Schein nicht gleich Sein ist. Denn bis wir z. B. unser Auto nach der fälligen Kilometerzahl endlich getauscht hatten, haben wir 7 Tage, 3 persönliche Besuche im Büro der Autovermietung, eine Email und ein Gespräch mit dem Manager mit einem Presseausweis in der Hand benötigt. Erst dann hat sich unser Autovermieter in Kapstadt erbarmt, uns ein neues Auto auszuhändigen. Vorher hieß es permanent: “Heute leider kein Auto in Ihrer Klasse erhältlich. Werde mich aber morgen bei Ihnen melden.” Dies ist sicherlich nur ein absolutes “Miniproblemchen”, wenn man die tristen Fakten über Südafrika, gefunden bei Wikipedia, in Betracht zieht:
Südafrika verfügt über eine extrem hohe Kriminalitätsrate: Aus statistischer Sicht muss jede zweite afrikanische Frau damit rechnen, einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden.

Shopping in Südafrika

Foto: Shopping in Südafrika

Die offizielle Schätzung der Arbeitslosigkeitsrate liegt bei 24%, die inoffizielle sogar bei 34%.
Die tickende Zeitbombe Aids: 21% der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind HIV positiv, konkret sprechen wir von 5.2 Millionen Menschen. Die Lebenserwartung liegt bei 43 Jahren.
Viele Politiker und Polizisten sind korrupt. Die Lebensbedingungen für Menschen in den Townships sind für uns unvorstellbar.

Dennoch werden Stadien für die WM 2010 gebaut, die in keinem Verhältnis zur oben genannten Realität stehen. Wo kommen die finanziellen Mittel überhaupt her? Und warum mangelt es in Südafrika an Wohnungen, Bildung, am Gesundheitswesen und und und?

Für mich ist Südafrika ein “komisches” Land, das zu greifen, ich nicht in der Lage bin!

Fussball WM 2010

Jungs im Township

Bokaap in Kapstadt

Foto: Bokaap in Kapstadt

Zu Besuch in einem afrikanischen Dorf in der Nähe der Stadt Rundu.

Monday, September 20th, 2010

Bevor wir nach Botswana einreisten, haben wir einen Stopp am Okavango River eingelegt. Zwei Nächte verbrachten wir in der “N`Kawazi Lodge” mit Blick nach Angola. Die N’Kawazi Lodge unterstützt die umliegenden Dörfer, eine Schule, ein Waisenhaus und sorgt für Stipendien für begabte Schüler. Derzeit studiert z. B. ein Schüler Medizin in der Ukraine und ein anderer Ingenieurswesen in Russland.
Der Okavango bildet die Grenze und jeden Tag kommen Menschen aus den Dörfern Angolas ans gegenüberliegende Flussufer, um sich und ihre Wäsche zu waschen und ihr Vieh zu tränken. Mit dem saftig grünen Flussufer und dem afrikanischen Himmel ein herrlicher Anblick und eine herrlich Stimmung!

Waschen am Okavango River

Wasser holen am Okavango River

Wir hatten die Gelegenheit, eines der zahlreichen Dörfer in Namibias Norden zu besuchen:
Eine Familie bestehend aus 24 Menschen bildet das Dorf. Moses, einer der Angestellten unserer Unterkunft, ist das so genannte “Familienoberhaupt” – 30 Jahre alt, der einzige mit Einkommen und mit Hilfe von Touristen lernt er deutsch. Seine Frau stammt aus Angola, ihr Alter weiß niemand. Verlobt sind die beiden seit er 15 Jahre alt ist. Er ist seinem Schwiegervater noch heute eine Kuh schuldig. Seine Frau hatte am Anfang Angst vor ihm. Kennen gelernt haben wir die Frau jedoch nicht, da sie mit dem sechs Monate alten Kind auf dem Feld war. Die anderen Erwachsenen des Dorfes waren ebenfalls irgendwo auf dem Feld oder einen entlaufenen Bullen einfangen. Im Dorf waren aber seine zwei großen Kinder im Alter von vier und zwei Jahren sowie drei ältere Waisenkinder, die Moses in sein Dorf aufgenommen hat. Die kleinen Kinder sitzen ganz alleine im Dorf und sandeln irgendwie vor sich hin. Moses führt uns durch das Zimmer bzw. die Hütte seines Bruders und seiner Mutter sowie in die Küche. Wir spielen das bekannte afrikanische Spiel im Sand, dessen Namen wir nicht kennen.

Im Dorf:

afrikanisches Dorf

Moses Haus – hier lebt er mit seiner Frau uns seinen drei kleinen Kindern:

afrikanisches dorf

Die Küche:

afrikanische Küche

Im Haus seiner Mutter:

afrikanisches Schlafzimmer

Spielen im Sand:

Dorfleben in Afrika

Moses Tochter:

Kind in Afrika

Moses Sohn:

Kind in Afrika

Kinderfuß in Afrika

Dann erzählt uns Moses: ” Ich bin der einzige Verdiener im Dorf. Ich kann es mir nicht leisten, alle Kinder zur Schule schicken. Meine Mutter ist 47 Jahre, an meinen Vater kann ich mich nicht erinnern. Er ging früh nach Südafrika. Meine fünf Geschwister sind von zwei anderen Vätern. Mein jüngerer Bruder ist ein Jahr älter als meine Tochter.
Der Vater des großen Jungen dort sitzt wegen Mordes im Gefängnis. Seine Mutter ist an Aids gestorben. Meine Frau und ich, wir haben uns testen lassen. Wir sind beide negativ. Da bin ich sehr stolz drauf! Auch meine Kinder sind HIV negativ. Aber Aids ist ein großes Problem. Wir haben hier in den Dörfern viele Waisenkinder.
Das nächste Krankenhaus ist 3 Kilometer entfernt, aber da arbeiten nur Krankenschwestern. In Rundu gibt es ein richtiges Krankenhaus, aber bis dahin sind es 20 Kilometer. Eine einfache Fahrt mit dem Taxi kostet (umgerechnet) einen Euro. Wenn man nachts akut ins Krankenhaus muss, dann muss man einen Nachbarn mit Auto bitten. Dieser verlangt dann (umgerechnet) 30 Euro für die Fahrt. Deshalb ist mein Sohn hier im Dorf auf die Welt gekommen. Meine Mutter und meine Tante haben meiner Frau geholfen…”

Was wir bei Moses und seiner Familie lernten, haben wir in Regel Nr. 10 zusammengefasst: “Jammere nicht auf hohem Niveau!!!”

Im Norden Namibias hat es uns beiden mit am besten gefallen. Hier waren die Menschen extrem freundlich. Auf ein einfaches Winkes gab’s das breiteste Lächeln, das wir uns vorstellen können. Hier und im Caprivi Streifen haben wir ein Gefühl für Afrika bekommen, auch wenn wir noch nie so arme Menschen gesehen haben.

Ach ja, wer glaubt unsere Altkleiderspenden kämen direkt bei den hilfsbedürftigen Menschen an, der irrt. In Rundu gibt es z. B. einen Markt, auf dem unsere alten Kleider zu Bergen VERKAUFT werden. So war das nicht gedacht, oder? Die Menschen in diesem Gebiet sind jedoch so arm, dass sie sich nicht einmal unsere gebrauchten Kleider leisten können! Wenn also einer unsere Leser nach Rundu kommen und Platz im Koffer haben sollte, in den Dörfern sind gut erhaltene Kleiderspenden immer willkommen. Moses meint: “Wenn ich Kleider, Medikamente und Spielzeug habe, dann kann ich mein Geld für Nahrung ausgeben.”

Kind in Afrika

Die Gnomads in Namibia

Monday, September 20th, 2010

Es ist einsam, heiß, sandig und staubig. Der Himmel strahlt blau und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Willkommen in Namibia!

Straße in Namibia

Landschaft in Namibia

Am 18.12. sind die Gnomads in der einstigen deutschen Kolonie Namibia, dem Land mit den zwei Wüsten, angekommen.

Namibia

Und weil es nicht nur auf Hawaii (Waimea Canyon), in Mexiko (Canon del Sumidero) und in Südafrika (Blyde River Canyon ) tiefe Schluchten gibt, ging’s über den zweitgrößten Canyon der Welt, den Fish River Canyon, Richtung Norden nach Keetmanshoop. Manchen Quellen Angaben zufolge ist er auch der drittgrößte der Welt.

Fish River Canyon, Namibia

160 km lang, 27 km breit und zwischen 457 bis 549 m tief

Hier gibt es einen “Wald” aus Köcherbäumen. Diese Bäume sind eigentlich Aloe-Pflanzen, die bis zu 9 Metern hoch und 200 bis 300 Jahre alt werden. Der Köcherbaum hat seinen Namen von den Sans, die früher Pfeilköcher aus den Ästen geschnitzt haben. Der Köcherbaum gilt als Wahrzeichen Südnamibias. Im Sonnenuntergangs- und Sonnenaufgangslicht herrscht im Wald eine ganz eigenartige Stimmung. Ich hatte das Gefühl, dass jeden Moment eine Elfin, eine Fee, ein Hobbit oder ein afrikanischs Fabelwesen in der Ferne erscheinen könnte.

Köcherbaum, Keetmanshoop

Köcherbaum, Keetmanshoop

Köcherbaum, Keetmanshoop

Köcherbaum, Keetmanshoop

Köcherbaum, Namibia

Köcherbaum, Namibia

Die Gnomads in Botswana

Monday, September 20th, 2010

Wie ihr links in der Navigation sehen könnt, sind zwei neue Fähnchen unserer besuchten Länder dazugekommen! Wir haben Botswana und Zimbabwe besucht. In Zimbabwe waren wir nur einen Tag, für Botswana haben wir nun Zeit bis zum 24.01. , denn dann verlassen wir den afrikanischen Kontinent nach vier Monaten und es geht wieder weiter.

Botswana ist so groß wie Frankreich – und das alles in einer Woche? Muss gehen! An der Grenze ging alles recht schnell, laute Musik und Zeitung, lesende Beamten, die uns so schnell abfertigten wie nirgends wo und uns dann auf deutsch verabschiedeten.

Gnomads in Botswana

Eigentlich haben wir uns auch nur zwei Highlights in Botswana ausgesucht: Den Chobe River Nationalpark im Norden und das Okavango Delta etwas südlich davon.

Im Chobe Nationalpark von Botswana

Hier haben wir drei Tage direkt am Chobe River gezeltet: morgens mit den Warzenschweinen gefrühstückt, nachts mit Hippogrunzen geschlafen. Dazwischen lagen wir faul am Swimmingpool. Den einen Tag haben wir morgens einen Gamedrive gemacht, abends eine Bootstour. Doch mit Tierfotos wollen wir euch nicht weiter langweiulen, davon gab es ja schon genügend. Stattdessen einfach ein buntes Sammelsurium, was uns hier in Botswana über den Weg gelaufen ist.

Foto: Frühstück! Das Warzenschwein war tatsächlich scharf auf unser Nutella.

Warzenschwein

Foto: Öffentliche Verkehrsmittel

LKW in Afrika

Foto: Land Rover und Löwe?

Landrover

Übrigens haben wir fast einen Direktflug von Maun nach Landsberg/Lech bekommen – eine deutsche Transall der Bundeswehr war gerade gelandet – aber keine Ahnung, was die hier im fernen Botswana macht ;-)

Transall

Das Okavango Delta werden wir demnächst für vier Tage besuchen. Der Flug zur Lodge ist gebucht und wir sind mächtig gespannt, was wir zu sehen bekommen! Afrika pur, denke ich. Doch darauf müsst ihr noch ein paar Tage warten!

Geparden zum Anfassen

Monday, September 20th, 2010

Geparden sind für ihre Geschwindigkeit und ihre Eleganz bekannt. Schlanker Körper, langes Gebein, gepunktetes Fell, zwei Tränen im Gesicht. In Tansania haben wir Geparden in ihrer natürlichen Umgebung kennen gelernt. In Keetmanshoop auf dem Campingplatz jedoch gab es eine Art “Tierpark”. Neben Pferden, Hunden und Warzenscheinen leben dort auch vier Geparden in zwei riesigen Gehegen. Zufällig sind wir pünktlich zum Abendessen eingetroffen. Da die Tiere im Wohnzimmer der Farmbesitzer aufwuchsen, sind sie Menschen gewöhnt und zahm.

Gepard

Gepard

Gepard

Gepard

Gepard beim Fessen

Gepard beim Fressen

Und zum Nachtisch gab’s Streicheleinheiten:

Gepard

Gepard

Gepard

Ihr Fell fühlte sich weich und dennoch fest und kräftig an aber kein bisschen struppig. Immer wieder hat sie dabei mit ihrer dunklen Stimme leise geschnurrt.

Am anderen Morgen direkt nach Sonnenaufgang habe ich sie nochmals besucht und durch die Maschen des Zaunes Fotos geschossen. Sie lag völlig müde und verschlafen im Schatten. Nachdem sie mich zur Begrüßung einmal kurz anfauchte, hat sie sich nicht mehr von mir stören lassen. Es war ein Wechselspiel aus wachem Blickkontakt, die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht fühlen und verschlafen im Schatten dösen.

Gepard

Gepard

Gepard

Gepard in Namibia

Tolle Tiere!

Flugsafari ins Okavango Delta

Monday, September 20th, 2010

Nachdem unser Buschpilot Probleme hatte, unsere Backpacks im winzigen Flieger zu verstauen, sitzen wir nun endlich im Flieger. Die Rotoren laufen und wir heben ab. Ab in eine andere Welt, ab ins Okavango Delta von Botswana fernab jeglicher Zivilisation. Das innere Okavango Delta liegt unter uns. Der Pilot deutet auf 2 Giraffen, später auf einen Elefanten, dann auf eine Elefantenherde. Nach 30 Minuten erreichen wir den Airport. Airport? Nein, eine Sandpiste! “Wir sehen uns in 4 Tagen wieder!” verabschiedet uns der Pilot .

Das Okavango von oben

Das Okavango von oben

Das Okavango von oben

Steppenpiste

Da stehen wir nun mitten im Busch. Bobby von der “Nxabega Lodge” wartet schon auf uns. Er ist schon etwas früher gekommen, um die Zebras von der Landepiste zu scheuchen. “Den Flugplatz werden wir in den nächsten Tagen öfters besuchen”, sagt er, “denn hier versammeln sich die Tiere in der Nacht, um Schutz vor den Löwen und Leoparden zu finden. Die einzige freie Fläche in dieser Gegend.”

Nach dem erstem Gamedrive erreichen wir unser Zuhause für die nächsten vier Tage. “Geht im Dunkeln nicht aus eurem Zelt, wir haben hier keinen Zaun! Gestern hatten wir einen Löwen zu Besuch.” so Demarie, die Managerin der Lodge. Den Löwen haben wir also verpasst. Wir blicken auf eine wunderschöne Sumpflandschaft mit Wolkenhimmel, der Pool wartet auf uns und der Welcomedrink sowieso. Ein großes bisschen Luxus tut sich uns pünktlich zur Halbzeit auf. Wie schön!

Wir befinden uns nun im Okavango Delta, mitten in Botswana. Nur wir, die Lodge, zehn andere Deltabesucher und Natur pur! Das Delta wird vom Wasser gespeist, welches aus Angola hierher fließt – Trinkwasserqualität und völlig unangetastetes Grün. Mehr als 1300 Pflanzenarten und bis auf das Rhino alle wilden Tiere Afrikas. Afrika live, ein schönes Gefühl!

Lilie im Okavango Delta

In den nächsten Tagen stehen wir morgens um 5 Uhr auf und kommen um 11 Uhr vom Gamedrive wieder. Ein fabelhaftes Frühstück mit dem besten Capuccino Afrikas wartet stets auf uns, gefolgt von einem Mittagsschlaf. Um 5 Uhr abends geht es weiter zum Mookorofahren – das ist das ursprüngliche Fortbewegungsmittel hier im Delta. Die langen Tage enden mit einem excellenten Dreigängemenü und zahlreichen Gesprächen über den afrikanischen Busch. Nachts brüllt der Löwe in der Ferne, Affen laufen über unser Dach, afrikanische Gewitter toben über uns hinweg.

Irgendwie fühlt sich das Okavangodelta an wie ein “grünes Venedig”. Nur wenig befahrbare Sandwege, ansonsten Wasserstraßen, die mit dem Boot befahren werden müssen und überschwemmte Straßen. Alles so leuchtend grün, Wasserlilien, Papyrus, Gräser, Bäume und Sträucher. Es duftet nach wildem Salbei und wilden Tieren. Auch eine Vogelsafari macht Spaß! Es zwitschert, zirpt, quakt, singt und röhrt soweit das Ohr reicht. Überall Ruhe und Frieden!

woodland kingfisher

 

Was wir hier sonst noch so gemacht haben?

Yvonne erhält Nachhilfestunden im Mokorofahren …

Mokorofahren im Okavango Delta

… und Nils versucht sich als Spurenleser. Erste Stunde: Auf dem Trackersitz cool aussehen!

Tracker

Zweite Stunde: Spuren lesen!

Leopard:

Leopard Fußspure

Löwe:

Löwen Fußspure

Hippo:

Hippo Tatze

Nach vier Tagen und drei Nächten treten wir die Rückreise an, viel zu kurz und völlig baff von dieser Ursprünglichkeit, den Tiergeräuschen und dem afrikanischen Busch. Wir haben es genossen – das Delta hat unser Herz gewonnen und wir empfehlen es jedem, der hier unterwegs ist, eine Flugsafari zu unternehmen. Aufgrund der Regenzeit haben wir nicht allzu viele Tiere gesehen, doch diese Landschaft zu erleben lohnt sich.
Namibia wollte übrigens einen Staudamm zur Stromgewinnung bauen. Dies hätte zur Folge, dass das Wasser aus Angola nicht weiter fließen könnte. Das Delta würde austrocken und das ganze ökologische System durcheinander bringen. Die ersten Pläne sind verworfen worden, aber ganz vom Tisch ist das Thema anscheinend noch nicht. Hoffen wir, dass dieses Paradies der Menschheit noch lange erhalten bleibt.

Okavango Delta

Okavango Delta

Okavango Delta

Autofahren im Okavango Delta

Und was wäre Afrika ohne Blitz und Donner?
Okavango Delta

Hausbesitzer in Namibia gesucht

Monday, September 20th, 2010

Wie auch schon auf Hawaii sind wir auch hier in Namibia auf der Suche nach der richtigen Immobilie. Und wir wurden vielleicht fündig! Wenn da nicht ein paar Hindernisse wären.

Das Anwesen liegt ca. 11 km östlich von der namibianischen Atlantikküste mitten in der Wüste. Die größten und bekanntesten Dünen der Welt liegen nur ca. vier Autostunden entfernt. Das Gebäude bzw. die komplette Ortschaft wurde ca. um 1900 erbaut und schlagartig im Jahre 1955 verlassen. Das zweistöckige Gebäude besteht aus ca. zehn Räumen und war das ehemalige Haus des Quartiermeisters. Es liegt in der Kaiser Wilhelm Straße sehr zental innerhalb des “Deutschen Schutzgebietes” gelegen.

deutsches Schutzgebiet

Das Krankenhaus, die Eisfabrik, die Schlachterei, die Kegelbahn und die Telefonstation liegen unweit entfernt. Die Straßenbahn kommt jeden Morgen vorbei, jeder Bewohner erhält pro Tag kostenlos zwei Brötchen, zwei Liter Wasser und einen Eisblock vor das Haus geliefert.

Das baufällige Haus muß gründlich renoviert werden: Die Armaturen der Küche und des Bades sowie die Fenster wurden ins benachbarte Lüderitz ausgeliehen. Der Dachstuhl muß ausgetauscht, ebenso das Treppenhaus grundrenoviert werden. Die schönen altmodischen Tapeten und Deckenborten stehen unter Denkmalschutz und müssen repliziert werden. Außerdem müssen ca. zwei Tonnen feinster Namibsand an den ursprünglichen Ort zurücktransportiert werden.

Doch lassen wir Bilder sprechen. Interessenten zur Renovierung bzw. zum Kauf melden sich bitte unter Chiffre mit dem Kennwort “Renovierung-der-Geisterstadt”.

Foto: Das Haus in der Außenansicht.

Geisterstadt Kolmanskop

Foto: Das Dachgebälk.

Geisterstadt Kolmanskop

Foto: Das Treppenhaus.

Geisterstadt Kolmanskop

Foto: Der Wüstensand muß abtransportiert werden.

Geisterstadt Kolmanskop

Foto: Liebevolle Details in der Küche.

Geisterstadt Kolmanskop

Foto: Beste Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, denn die Schmalspur-Straßenbahn hält genau vor der Türe.

Geisterstadt Kolmanskop

P.S. Nein, wir haben keinen Sonnenstich, sondern haben nur die Geisterstadt von Kolmanskop besucht. Die Diamantenstadt wurde 1955 mangels Diamanten wieder aufgegeben und wird heute von jährlich 22.000 Touristen besucht.

P.P.S. Wer versucht hier Diamanten zu finden, kommt in den Knast:

Geisterstadt Kolmanskop

Geisterstadt Kolmanskop

Tschüss Afrika!

Monday, September 20th, 2010

Gerade sitzen wir in Johannesburg am Flughafen. Wir warten mit einem Cappuccino auf unseren Flieger der Fluglinie Emirates Airlines , der in fünf Stunden abheben soll. Das Flugticket verrät uns, dass wir den 24. Januar schreiben. Nach ziemlich genau vier Monaten Tansania, Südafrika, Swaziland, Namibia und Botswana verlassen wir unseren zweiten Kontinent und machen uns auf in eine völlig andere Welt.

Rucksäcke packen:

Passt alles wieder rein?

Afrika ist toll! Südafrika ist zwar nicht unser Lieblingsland, dafür finden wir Tansania, Namibia und vor allem Botswana umso besser. Das Land Tansania ist an sich ein Highlight. Aber auch das Okavango Delta wie auch die Dünen von Sossusvlei gehören zu unseren bisherigen Lieblingsstationen. Im Caprivi Strip wie auch in Botswana haben wir Afrika erlebt und gefühlt und eine Empfindung für die schwarzen Menschen, ihre Lebensweise und ihre Armut bekommen. Sehr beeindruckend!

Handarbeit am Straßenrand in Botswana:

Handarbeit am Straßenrand in Botswana

Zwei Stühle und eine Bank bilden ein Set. Im Monat verkaufen die Damen wohl drei bis vier Sets, eines soll ca. 120 € kosten. An einer Bank flechtet die 33jährige Frau mit zwei Söhnen im Alter von 14 und 16 Jahren drei bis vier Tage.

Hundehütten aus Paletten

Dieser Herr baut Hundehütten aus Paletten sowie Blechkontainer für Werkzeuge.

In den letzten drei Monaten haben wir 16.000 Kilometer mit unserm kleinen Auto zurückgelegt. Auf unserem “Verlustkonto” verbuchen wir lediglich einen Platten und einen kaputten Scheinwerfer, den uns ein Perlhuhn, das unerwartet die Straße überquerte, beschert hat. Anscheinend reichen die Verkehrsschilder in Afrika einfach nicht aus.
Insgesamt haben wir uns dank vieler Stacheldrahtzäune, hoher Mauern, Alarmanlagen und zahlreichen Wärtern während der letzten vier Monate sehr sicher gefühlt. Abhanden gekommen sind uns lediglich zwei Gaskartuschen für unseren Campingkocher. Sie wurden uns beim Auto Putzen aus dem Kofferraum geklaut und ehrlich gesagt, es war unsere eigene Schuld, denn wir waren unvorsichtig. Zudem vermisst Nils noch seine Badehose, die zum Trocknen auf dem Balkon hing. Vermutlich hat sie der Wind weggeweht und einen Passant erfreut.

Die Menschen, in den von uns besuchten Ländern, fanden wir besonders in Botswana und im Norden Namibias extrem freundlich. Meistens trugen sie ein Lächeln im Gesicht und waren uns weißen Menschen gegenüber sehr offen. Aber auch in Südafrika waren die Menschen meist freundlich und stets “hilfsbereit”. Selbst wenn sie uns nicht verstanden und eigentlich keine Antwort auf unsere Frage hatten, haben sie versucht bzw. versprochen, uns weiterzuhelfen. Dies hat uns ziemlich oft in die Irre geführt und einige Nerven gekostet.

Kinder im Sumpf

Abschließend haben wir ein paar interessante bzw. witzige Dialoge aus den letzten Monaten für euch notiert:

Yvonne sitzt alleine am Strand auf Sansibar. Plötzlich setzt sich ein Fremder neben sie:
F: “Hi.”
Y: “Hi.”
F: “Bist du verheiratet?”
Y: “Ja!”
Kurze Pause.
F: “Willst du schnorcheln?”
Y: “Nein!”
Blickt wieder in die Ferne.
F: “Bye.”
Y: “Bye.”
So könnt ihr euch klassische Verkaufsgespräche auf Tansania vorstellen.

Ein Mann parkt sein Auto mitten auf der Straße, um mit seiner Familie am Straßenrand Fotos zu schießen. Wir können mit unserem Auto nicht vorbeifahren und warten geduldig. Obwohl er uns bemerkt hat, reagiert er nicht auf uns.
Y: “Hello!”
Der Fremde kommt in absolutem Schneckentempo angeschlürft und spielt mit seinem Handy.
Y: “Come on, Sir, hurry up, please.” / “Auf komm’, beeil dich, bitte!”
F: “If you force me, I go slow.” / “Wenn zu drängelst, gehe ich langsam.”
Y: “You cannot go slower.” / “Du kannst nicht langsamer gehen.”
Dann bin ich plötzlich verstummt und wir waren froh, dass er nicht stehen geblieben ist.

Wir haben uns eine Woche auf Sansibar am Strand einquartiert. Nach drei Tagen – und bis dahin sollte für alle beteiligten Personen klar gewesen sein, dass Nils und ich keine Geschwister sind – lässt mich Nils für fünf Stunden alleine und verabschiedet sich vom Personal mit den Worten: Take care of her. / Passt auf sie auf.
Darauf hin habe ich zwei Herren des Personals nicht mehr losbekommen. Ehe ich mich versah, lag einer auf meiner Liege am Strand, hat mir seinen Arm als Kopfkissen angeboten und gefragt:
F: “Do you want to play?” / “Willst du spielen?”
Y: “No, please go.” / “Nein, bitte geh!”
Der Fremde ging 100 Meter und kam mit der Frage zurück:
F: “I have pictures of my girlfriend in my room. Do you want to see them?” / “Ich habe Fotos von meiner Freundin in meinem Zimmer. Willst du sie sehen?”
Y: “No.”
F: “Am I not good enough?” / “Bin ich dir nicht gut genug?!”
Nun, er hat Nils Auftrag, auf mich aufzupassen, eben wörtlich genommen.

Wir werden von zwei etwa zwanzigjährigen Geschwistern angesprochen, kommen kurz ins Gespräch und stellen uns gegenseitig vor. Der Bruder spricht etwas stockend und mit leichter Sprechanstrengung. Teilweise antwortet die Schwester für ihn.
Bruder: “Sorry, I cannot speak.” / “Entschuldigung, ich kann nicht sprechen.”
Schwester: “He cannot speak properly.” / “Er kann nicht angemessen reden.”
Y: “But I can understand you very well. What is it?” / “Aber ich verstehe dich sehr gut. Was meinst du?”
B: “I’m xy.” / “Ich xy.”
Y: “Sorry, I don’t know this word. Can you please repeat it?” “Entschuldigung, ich kenne dieses Wort nicht. Kannst du es bitte wiederholen?”
B: “Something is trying to catch my tongue.”
Treffender als mit den Worten “Etwas versucht meine Zunge zu fangen.” hätte er sein Stottern definitiv nicht beschreiben können.

In einer Email aus Deutschland wurde Nils gefragt:
“Sag mal so unter uns, ihr habt doch sicher eine Waffe bei euch, wenn ihr beispielsweise durch Namibia fahrt?”
Nein, haben wir nicht! Ist auch nicht nötig.

Nach einem Dorfbesuch im Norden Namibias schreit der zweijährige Sohn seinem Vater, der uns begleitet, hinterher:
“Sind das die weißen Menschen?”

Was wir am meisten vermissen werden?
Das Licht bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang sowie das Grunzen der Hippos, das Gequake der Frösche und Gezirpe der Grillen im Fluss am Abend und bei Nacht. Das Brüllen des Löwen in der Ferne kurz vor dem Einschlafen, das freundliche Lächeln der Menschen und nicht zu vergessen unsere Tierbegegnungen auf Safari!

Afrika Feeling

Wir hatten wieder einmal eine geniale Zeit auf Weltreise und irgendwie habe ich jetzt, kurz vor Abflug, Lust auf Westafrika bekommen. Das Ticket hatten wir jedoch längst gebucht und somit “müssen” wir wohl irgendwann zurück nach Afrika kommen. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf unseren dritten Kontinent!

Ratet doch ein letztes Mal, wohin uns unsere Weltreise diesmal führen wird!

Wo gehts als nächstes hin?

Stille Nacht bei den Sanddünen von Sossusvlei

Monday, September 20th, 2010

Weihnachten 2009, das heißt 45 Grad Celsius anstelle von Winterkälte, Sand statt Schnee, zirpende Grillen statt Weihnachtslieder, gegrillte Hähnchenbrust statt Weihnachtsgans, Kekse anstatt Plätzchen, einschlafen unter der Milchstraße und nicht unter dem Stern von Bethlehem.

weihnachtsgnomads

Wir wünschen euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest unter dem Tannenbaum!

Wir zwei genießen dieses Jahr ein ziemlich unklassisches Weihnachtsfest! Unser Zelt haben wir unter einem riesigen Dornenbaum am Rande des Campingplatzes von Sesriem unweit der größten und ältesten Dünen der Erde aufgeschlagen. Über 300 Meter hoch schmücken sie die Wüste Namibias, der Sand dunkelrot-erdig. Zarte Linien – geformt vom Wind – vereinen sich zärtlich mit dem Blau des Himmels. Einzigartig schmücken sie in jeder Sekunde Namibia, denn unentwegt zeichnet der Wind ihre Konturen neu.

Wir senden euch viele wärmende Weihnachtsgrüße aus der Wüste und eine zarte Brise Wüstensand!

Natürlich haben wir auch eine kleine Überraschung für euch – viel Spaß beim Auspacken!